Das Bundesministerium für Wissenschaft
und Verkehr freut sich, Ihnen zum Anlass der Herausgabe des Weissbuchs
für Frauen in der Wissenschaft sowie
des Grünbuchs
für Forschungspolitik ein Feature zum
Thema Frauen und Wissenschaft zu präsentieren. Sie haben die Wahl,
entweder je nach Interesse frei in diesem Feature zu blättern oder
eine Tour durch die Zeit zu machen.
Vorwort Was als wissenschaftlich erwiesen betrachtet wurde, wandelte sich im Lauf der Jahrhunderte. So galt die Erde lange Zeit als Mittelpunkt des Universums, selbst wissenschaftlichen Erkenntnissen zum Trotz. Jahrhundertelang nahm man an, Frauen seien wegen einer "wandernden Gebärmutter" schwächer als Männer, sowohl physisch wie psychisch. Jedoch haben Frauen, selbst in Zeiten, wo sie ganz besonders als "anderes Geschlecht" wahrgenommen wurden, immer an wissenschaftlichen Erkenntnissen teilgehabt. Weibliches Forschen hat, von der alten Disziplin der Astronomie bis zur neuen der Computertechnik, immer Tradition gehabt. Vielfach wurden Wissenschaftlerinnen von einem gleichfalls wissenschaftlich tätigen Vater gefördert, manche eigneten sich aber auch gegen den Widerstand ihrer Umgebung Kenntnisse an. Viele Frauen korrespondierten mit anderen in ihrem Bereich tätigen Frauen, und sie gründeten Einrichtungen, die für eine bessere Bildung von Mädchen sorgen sollten. Manche identifizierten sich mit feministischen Ideen und engagierten sich dafür, andere wiederum lehnten diese ab oder ordneten ihre Leistungen denen nahestehender Männer unter. Aus heutiger Sicht beeindruckt die umfassende Bildung, die sich Frauen noch bis zur Jahrhundertwende in erster Linie autodidaktisch aneigneten. Sie waren auch in Gebieten bewandert, auf denen sie keine wissenschaftlichen Leistungen erbrachten. Viele Frauen hofften, in Männern nicht nur intellektuelle Gesprächspartner und Förderer, sondern auch wohlwollende Ehegefährten zu finden. Manchen gelang dies, andere erlebten, daß ihre Männer von ihnen in erster Linie Kinder und Versorgung wollten und ihre geistigen Qualitäten nicht zu schätzen wußten. Diese Reise durch die Jahrhunderte erwähnt viele Wissenschaftlerinnen und porträtiert einige von ihnen im Detail. All diese Namen stehen für die vielfach in Vergessenheit geratenen Leistungen von Frauen, die oftmals Pioniertaten waren. Denn Frauen haben keineswegs den männlichen Wissenschaftern nachgeeifert, sondern oft genug selbst bahnbrechende Entdeckungen gemacht, die selbst die härtesten Gegner weiblicher Gelehrsamkeit überzeugen mußten. Frauen haben sich schon immer mit ihrer Geschichte befaßt, doch erst in den letzten Jahren wurde diese Forschungstätigkeit auch als "gender studies" an den Universitäten möglich. Bei diesen "gender studies" stellt sich unter anderem heraus, daß das Geschlecht nur ein Faktor ist, der Diskriminierung bewirken kann - und daß etwa ökonomische Bedingungen ebenso entscheidend auf die Möglichkeiten eines Menschen Einfluß nehmen.
|
||||||
| The Federal Ministry for Science and Transport is glad to present you a feature about Women and Science in order to provide general historical background information on the occasion of the Ministrys release of the white paper for the support of women in the science field. You have the choice to browse freely in the feature or to make a guided tour through the history of Women and Science.
Preface
|